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Vom Pfarrzentrum St. Antonius zum Bürgerzentrum Lützel

Über Jahrzehnte diente das Gebäude der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius v. Padua in Koblenz Lützel als Pfarr- und Jugendheim, es beherbergte ein Pfarrbüro sowie eine Pfarrerswohnung. Dem Engagement vieler aktiver Gemeindemitglieder war es zu verdanken, dass das Gebäude im Brenderweg 17-21 lange Jahre rege genutzt wurde. Mit der Zeit kam das Pfarrheim in die Jahre, unter anderem durch Hochwasserschäden und fehlende Reparaturen sowie Einbrüche.Als der Stadtteil Lützel 2008 in das Förderprogramm Soziale Stadt aufgenommen wurde, begannen schon bald die Überlegungen, wie die Einrichtung eines soziokulturellen Stadtteilzentrums aussehen könnte. Das zentral gelegene, jedoch sanierungsbedürftige Pfarrzentrum der Kirchengemeinde St. Antonius v. Padua im Brenderweg, kristallisierte sich dabei zügig zu einem geeigneten Ort heraus: Einerseits lag es zentral und bot entsprechende Kapazitäten, andererseits zeigte die Gemeinde großes Interesse bei der Entwicklung und Übernahme der Trägerschaft des Bürgerzentrums.In den Jahren 2010 – 2013 entstanden so unter der Mitarbeit vieler Akteur*innen und Bewohner*innen zahlreiche Visionen und Ideen, eine Machbarkeitsstudie, Umbaupläne und sogar ein Konzept für die Einrichtung. Viele Gruppen und Projekte zogen in die Räumlichkeiten ein: Der Malpunkt, der Familiennachmittag und andere hauchtem dem Ort wieder Leben ein. Gleichzeitig engagierten sich viele Lützeler*innen für die Vision und die Umsetzung des geplanten "Hauses für Lützel".Nach Freigabe aller Anträge und Genehmigungen, konnte am 15. Juli 2016 die Baustelleneröffnung gefeiert werden und nach knapp zwei Jahren Bauzeit die Eröffnung am 16. November 2018. Der Umbau wurde vom Lützeler Architekturbüro MPLUS umgesetzt.Die Kosten für den Umbau wurden zu 90% über das Förderprojekt Soziale Stadt getragen, mit 10% der Kosten beteiligte sich die Stadt Koblenz. Das Bistum hingegen zahlte den kompletten Umbau der neuen Räumlichkeiten für die Polnische Katholische Mission sowie anteilig auch entstehende Mehrkosten und beteiligte sich, neben der personellen Besetzung auch bei der Ausstattung sowie den zukünftigen Sachkosten.Am Freitag, 16.11.2018 war es endlich soweit: Zehn Jahre nach dem Start des Quartiersmanagements, acht Jahre nach der Erstellung der Umbaupläne und fast vier Jahre nach der Vertragsunterzeichnung konnte das Bürgerzentrum in Trägerschaft der kath. Kirchengemeinde St. Antonius endlich seine Arbeit aufnehmen.
Auf den ersten Blick mag die Trägerschaft einer Kirchengemeinde für ein Bürgerzentrum seltsam anmuten, in Bezug zu Synode und ihren Inhalten gesetzt, bedeutet sie eine konsequente und vorausschauende Umsetzung der Beschlüsse und Pläne. Die Übernahme der Trägerschaft ermöglicht der Gemeinde die Wirklichkeit und Bedürfnisse der Menschen vor Ort noch besser zu sehen und gibt Raum, um auf Augenhöhe gemeinsam Leben und Begegnung zu gestalten.Sozialraumorientierung als Maxime der Arbeit vor Ort ermöglicht einen entscheidenden Perspektivwechsel: Weg von Logik und Struktur der eigenen Organisation, hin zur Perspektive der Menschen, um derentwillen die Arbeit geschieht. Um diesen Wandel zu vollziehen, bedarf es jedoch auch spezieller Arbeitsformen und methodischer Zugänge.Die Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Neuendorf nutzt die Sozialraumanalyse sowie deren Ergebnisse bereits seit einigen Jahren als Instrument der pastoralen Planung.Das Seelsorgeteam hat sich daher bewusst dazu entschieden eine volle Stelle aus dem pastoralen Stellenplan in die Leitung des Bürgerzentrums zu investieren und die Stelle einer „sozialpastoralen Mitarbeitern“ in Form einer Sozialpädagogin zu besetzen. Das multiprofessionale Arbeiten in der territorialen Seelsorge bringt dabei sowohl Synergieeffekte als auch neue Herausforderungen mit sich, die auf Bistumsebene begleitet und evaluiert werden.Hier vor Ort geht man mit gutem Beispiel voran.